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Erstellt von Burning, 08.06.2016, 19:39 Uhr · 12 Antworten · 917 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Burning

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    Standard 5x13 - ??? | Return 0

    Finch, Reese, Fusco and Shaw embark on one last mission to prevent Samaritan from destroying The Machine and cementing its hold over mankind.

    tvmaze.com

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Roland Deschain

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    Was soll man noch Großartiges schreiben? Das Finale war wie die gesamte Serie ein Meilenstein des Unterhaltungsfernsehens. Und nebenbei bietet die Serie noch so viele philosophische und kritische Denkansätze, die man in den heutigen dominierenden Serien (Game of Thrones, The Walking Dead, …) und Filmen (Comicbuch-Verfilmungen, Star Wars, …) gar nicht erwarten kann, weil die Konsumenten dazu nicht (mehr) fähig sind bzw. sein wollen.

    Das Finale war eine der schlimmsten Folgen der Serie – im positiven Sinne. Hatte mehrfach mit den Tränen zu kämpfen und teilweise einige in den Augen. Der Flashback mit Harold und Grace, der Abschied zwischen Reese und Harold…; den Rest hat mir aber die vorletzte Szene gegeben, als Harold wieder bei Grace war. Da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.
    Jedes Ende ist ein neuer Anfang, allerdings nicht für alle. Revolution kann nicht ohne Opfer stattfinden. Chaos muss die Welt regieren.

    Heute ging daher mit Person of Interest nicht nur eine einfache Serie zu Ende. Person of Interest war mehr. Im goldenen Zeitalter des Fernsehens, in dem momentanen Übergang vom traditionellen Fernsehen – dem Zenit der Serienwelt, jetzt sterbend (streitbar) – hin zur von Streaming eingeleiteten neuen Ära des Konsumverhaltens gehörte die Serie zu den letzten Network-Serien, die noch etwas Großes zu erzählen hatten und wussten wie. Person of Interest ist das letzte Überbleibsel des genannten Zenits, das noch wusste wie man Anspruch mit mit spezieller Unterhaltung mischt und in epischer Breite erzählt. Somit ging heute nicht nur eine Serie zu Ende, sondern auch eine (Serien-)Welt unter. Manche Serien (LOST) fanden ihr Alpha und Omega in dieser Zeit und gelten noch heute als Maßstab moderner Unterhaltung und als Wahrzeichen der aussterbenden Erzählform vom Erlauben des kritischen Denkens durch die Enthaltung des ständigen Erklärbärs, der besonders in den erfolgreichsten Ablegern mittlerweile unabdingbar ist; andere (Supernatural) wiederum schafften den Sprung und passten sich an.

    Entstanden ist heute ein Relikt; Gedanken an eine – von der Reiz- und Informationsüberflutung manipulierten und geprägten Konsumgesellschaft (deren Drang nach Bestätigung und Dazugehörigkeit und die Angst vor dem Verlust dieser Eigenschaften sie dazu veranlasst, der aktuellen Übersättigung von Filmen und Serien jedwede Aufmerksamkeit zu schenken und somit die nicht mal 10-15 Jahre zurückliegenden Serien aus dem Auge zu verlieren) bereits vergessenen – Zeit des Geschichtenerzählens, die als bald in und dank besagter Gesellschaft in Vergessenheit geraten werden.

    Person of Interest ist seiner Zeit voraus (gewesen). Kontrolle und Manipulation zeigt sich eben nicht wie in dystopischen Filmen, sondern findet sich wie Person of Interest verborgen mittlerweile auch in der realen Welt wieder. Aber wie siegt man über dieses System, wenn es in sich nicht als Maschine existiert? Und eben das ist viel erschreckender, weil ein zentraler Sündenbock fehlt.

    In vielerlei Hinsicht ließen sich somit Parallelen zwischen dieser Serien- und der realen Welt ziehen, nur das in Letzterem keine Helden für die Zukunft kämpfen, geschweige denn existieren.
    Aber braucht es diese Helden letztlich? Oder besser gefragt: wie sähen sie aus? Es gibt keinen Harold, der eine künstliche Intelligenz erschaffen hat, die am nächsten unserer Vorstellung des Wortes 'Gott' kommt; keinen Reese, keinen Fusco, keine Root und keine Shaw, die dafür kämpfen. Nein, die größte Gefahr geht nicht von einer Maschine aus, deren Motive mit den folgenden Worten sogar nobel aussehen, sondern von den Menschen, der kontrollierbaren Masse und denen, die sie aus selbstsüchtigen Motiven lenkt. Liegen die Handlungen beider Maschinen in der Serie nicht nahe, eben diese zu eliminieren? Sie so zu kontrollieren, dass Freiheit und Gleichheit existieren können?

    Müsste nicht hierfür Person of Interest als Anfang statt als Ende betrachtet werden? Wir brauchen diesen 'Gott', die allwissende Maschine, die abseits jeder Gefühle unkontrolliert die Fäden in der Hand hält. Und ist nicht genau das so erschreckend, dass diese Dystopie, die Herrschaft (einer/der) Maschine(n), ein hoffnungsvolleres Zukunftsbild ermöglicht als die derzeitige Situation? Oder besser: Person of Interest müsste als Weckruf funktionieren. Aber wie weckt man jemanden, der gar nicht weiß, dass er nur ein blindes Huhn ist?
    Außerdem: Hätte Greer damit nicht richtig gelegen? Ist Harold nicht deswegen von seinem Pfad abgekommen, weil ihn seine menschlichen Eigenschaften davon abgebracht haben? Aber braucht es nicht erst einen Harold, um die Menschheit aus ihrer Sklaverei zu befreien?
    Die Maschine hatte nämlich recht: Harold lag in diesem Punkt falsch. Er ist nicht austauschbar.

    Am Ende geht es nur darum, ob und wer sich an dich erinnern wird. Oh, ich werde mich an diese Serie erinnern, damit sie in alle Ewigkeit Bestandteil des Seins bleiben wird; und vielleicht finde ich irgendwann jemanden, der sich an mich erinnert.

    }

  4. #3

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    Wie genial...

    ...und wie brutal-traurig

    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Heute ging daher mit Person of Interest nicht nur eine einfache Serie zu Ende. Person of Interest war mehr. Im goldenen Zeitalter des Fernsehens, in dem momentanen Übergang vom traditionellen Fernsehen – dem Zenit der Serienwelt, jetzt sterbend (streitbar) – hin zur von Streaming eingeleiteten neuen Ära des Konsumverhaltens gehörte die Serie zu den letzten Network-Serien, die noch etwas Großes zu erzählen hatten und wussten wie. Person of Interest ist das letzte Überbleibsel des genannten Zenits, das noch wusste wie man Anspruch mit mit spezieller Unterhaltung mischt und in epischer Breite erzählt.



    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es gibt nach wie vor geniale Leute da draußen, die solche Meisterwerke zustande bringen; wir brauchen dann nur noch Macher mit Visionen (und Geld), die so etwas produzieren möchten - und die sterben hoffentlich nicht aus.

  5. #4
    Benutzerbild von Stampede

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    "If you can hear this, you're alone. The only thing left of me is the sound of my voice. I don't know if any of us made it. Did we win? Did we lose? I don't know. But either way, it' over. But let me tell you whoe they were. Let me tell you who you are. I was build to predict people, but to predict them, you have to truly understand them. So I began by breaking their lives down into moments. Trying to find the connections, the things that explained why they did what they did. And what I found was that the moment that often mattered the most, the moment when you truly found out who they were, was often their last one."
    Genialer, perfekter Abschluss einer absolut großartigen Serie, der letzten verbliebenen guten Network-Serie. Auch ich hatte im letzten Drittel Tränen in den Augen, das war so unfassbar berührend und herzzereißend gemacht, wie es mit den Charakteren, die man die 5 Staffeln über so ins Herz geschlossen hat, zu Ende ging (egal ob auf positive oder negative Art). So und nicht anders muss ein Staffelfinale aussehen, ich war restlos begeistert, wie man die Serie abgeschlossen hat, aber gleichermaßen zutiefst traurig, dass die Serie nun zu Ende gegangen ist. Aber wie gesagt, besser kann man die Geschichte und die Charaktere nicht beenden, so dass dieses Ende das ist, was die grandiose Serie auch verdient hat.

    Die ganzen philosophischen Dialoge zwischen der sterbenden Maschine mit der Stimme von Root und dem sterbenden weil angeschossen Finch auf dem Dach in den 8,5 Minuten, die der Maschine und wohl auch Finch noch verbleiben, waren verdammt stark und der perfekte Einstieg in das Finale, da war man gleich so richtig emotional dabei und bekam es mit der Angst zu tun, ob überhaupt alle heil aus der Sache rauskommen, da man die Gang auch noch in ausweglosen Situationen gezeigt hat. Sehr genial auch das Pianostück, dass alle Szenen auf dem Dach begleitet hat und dass in den finalen Szenen dann nochmal extra gut zur Geltung kam und die Szenen noch tiefer unter die Haut gehen ließen.

    Wie es dazu kam, dass Finch verwundet wurde und die Maschine endgültig am Abschalten war, wird dann nach und nach aufgelöst. Reese und Fusco müssen sich erst gegen ihren Polizeichef erwehren, der rausgefunden hat, dass Reese der Mann im Anzug ist. Und dann sehen sie sich dem ganzen Polizerevier gegenüber und schließlich einem Erschießungskommando von ein paar korrupten Cops, die die beiden im Auftrag von Samaritan exekutieren sollen. Aber Finch und ein Sniper schreiten ein und holen die beiden aus der brenzligen Situation.
    Während Finch und Shaw die Maschine vor Samaritan-Agenten verteidigen soll in der U-Bahn-Station (wo Fusco zum ersten Mal die Maschine sieht und sich somit auf Next-Level Nuts begibt), wollen Finch und Reese verhindern, dass eine Kopie des Samaritan-Teams wieder online geht. Also packt Finch mal eben eine Fake-Thermonuklear-Bombe in seinen Koffer ein und begibt sich mit Reese in den Tresorraum, wo Samaritans Server stehen und er letztendlich erneut das Virus einspielen kann.
    Aber eine komprimierte Kopie des Systems haut ab und will sich mit einer Antenne in einen Satelitten hochladen, damit es von dort aus wieder online gehen kann. Der Ort der Antenne soll mit einer von einem U-Boot abgefeuerten Rakete beschossen werden, damit da nicht mehr eingegriffen werden kann. Also muss die Maschine direkt vor Ort einschreiten, was bedeutet, dass sie und derjenige, der sie auf die Reise zum Satelliten schickt, nicht lebend aus der Sache rauskommen.

    Und da war die Dramatik auf dem Höhepunkt und die Tränen haben sich in fast jeder Szenen angesammelt. Der Abschied von Finch und Reese und wie Finch Reese als seinen guten Freund bezeichnet, während der im Tresorraum verzweifelt Finch von seiner Tat abzuhalten versucht, war Gänsehaut, aber nichts im Vergleich zu dem, was diesbezüglich noch kommen sollte.
    Denn noch weitaus mehr Gänsehaut und diesmal richtige Tränenflut war die Szene auf dem Dach, als Reese zu Finch Kontakt aufnimmt und ihm erzählt, dass er einen Deal mit der Maschine gemacht hat und er zusammen mit ihr Samaritan aufhalten wird, was seinen Tod und Finch' Überleben bedeutet. Weil es so sein soll. Also die Szene war so heftig emotional, Wahnsinn..... und dann dieses Pianostück wieder dazu, als die Maschine sich von Finch verabschiedet, weil sie in den letzten Minuten bei Reese sein muss, der von den herankommenden Samaritan-Agenten langsam aber sicher so heftig unter Beschuss kommt, dass sein Tod unausweichlich war und wozu es in der Endmontage mit des Voice-Over's der Maschine dann auch kam, was der nächste heftige Gänsehaut-Tränen-Moment war.

    Am Ende schiebt der Senator die abgewehrte Cyber-Katastrophe, die die Welt kurz aber heftigst ins Wanken gebracht hat aber abgewehrt werden konnte, standardmäßig auf die Chinesen.
    Shaw, die zuvor ein paar herzergreifende letzte Worte von Root erhalten hat über die Maschine, tötet Blackwell für den Mod an Shaw.
    Und Finch, und da hats mich wirklich nochmal richtig zerrissen, trifft am Ende endlich wieder auf seine Grace und bekommt sein Happy-End. Was für ein ergreifender Moment, ich wische die Tränen der Freude und des Abschieds immer noch aus den Augenwinkeln.

    Duplicate online. Musste so kommen und ich fands verdammt cool, wie das Telefon direkt neben Shaw und Bear anfängt zu klingeln.

    Farewell Person of Interest, you will be deeply missed


    "Someone once asked me if I had learned anything from it all. So let me tell you what I learned. I learned everyone dies alone. But if you meant something to someone, if you helped someone, or loved someone, if even a single person remembers you, then maybe you never really die. And maybe this isn't the end at all."

  6. #5
    Benutzerbild von Roland Deschain

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    Zitat Zitat von brazil Beitrag anzeigen
    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es gibt nach wie vor geniale Leute da draußen, die solche Meisterwerke zustande bringen; wir brauchen dann nur noch Macher mit Visionen (und Geld), die so etwas produzieren möchten - und die sterben hoffentlich nicht aus.
    Aka Damon Lindelof. Mal schauen, was er der Menschheit als nächstes Geschenk nach The Leftovers zukommen lässt.

  7. #6
    Benutzerbild von Stampede

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    So viel EM, so wenig Zeit zum antworten.....


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Was soll man noch Großartiges schreiben? Das Finale war wie die gesamte Serie ein Meilenstein des Unterhaltungsfernsehens.
    Haste die Serie ja im Eiltempo durchgezogen, oder? Ist meines Wissens noch nicht allzu lange her als du mich gefragt hast, ob sich die Serie lohnt und wie sie sich entwickelt, wenn meine Erinnerungen die Zeit nicht durcheinander haut (so wie sie es desöfteren tut)


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Und nebenbei bietet die Serie noch so viele philosophische und kritische Denkansätze, die man in den heutigen dominierenden Serien (Game of Thrones, The Walking Dead, …) und Filmen (Comicbuch-Verfilmungen, Star Wars, …) gar nicht erwarten kann, weil die Konsumenten dazu nicht (mehr) fähig sind bzw. sein wollen.
    Ich hoffe, du meinst nicht mich damit als bekennend großer Fan von Star Wars (und Star Trek!), Comicverfilmungen (DC und! Marvel) usw Falls wider Erwarten doch, ich schau auch noch anderes


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Hatte mehrfach mit den Tränen zu kämpfen und teilweise einige in den Augen. Der Flashback mit Harold und Grace, der Abschied zwischen Reese und Harold…; den Rest hat mir aber die vorletzte Szene gegeben, als Harold wieder bei Grace war. Da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.
    Ja, die allerletzte Szene zwischen den beiden war Tränenattacke... vor Glück Auch weil es nicht so übertrieben war, sondern er einfach zu ihr geht und sie ihn einfach sieht und anlächelt.... das gibt der Szene einfach so viel mehr, finde ich.


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Heute ging daher mit Person of Interest nicht nur eine einfache Serie zu Ende. Person of Interest war mehr. Im goldenen Zeitalter des Fernsehens, in dem momentanen Übergang vom traditionellen Fernsehen – dem Zenit der Serienwelt, jetzt sterbend (streitbar) – hin zur von Streaming eingeleiteten neuen Ära des Konsumverhaltens gehörte die Serie zu den letzten Network-Serien, die noch etwas Großes zu erzählen hatten und wussten wie. Person of Interest ist das letzte Überbleibsel des genannten Zenits, das noch wusste wie man Anspruch mit mit spezieller Unterhaltung mischt und in epischer Breite erzählt. Somit ging heute nicht nur eine Serie zu Ende, sondern auch eine (Serien-)Welt unter. Manche Serien (LOST) fanden ihr Alpha und Omega in dieser Zeit und gelten noch heute als Maßstab moderner Unterhaltung und als Wahrzeichen der aussterbenden Erzählform vom Erlauben des kritischen Denkens durch die Enthaltung des ständigen Erklärbärs, der besonders in den erfolgreichsten Ablegern mittlerweile unabdingbar ist; andere (Supernatural) wiederum schafften den Sprung und passten sich an.
    Was Network-Serien angeht stimme ich dir absolut zu Network-Serien sind tot, und das nicht erst seit gestern. "Hannibal" war ne Ausnahme, aber das hätte sowieso nicht auf NBC laufen dürfen. Aber abgesehen davon kam da in den letzten Jahren absolut gar nichts mehr, was man auch nur annähernd als gut bezeichnen könnte. PoI war in der Tat die letzte gute Network-Serie, und damit ist nun auch Schluss. Die Networks werden nie mehr auf die Beine kommen. Nicht wegen der Streaming- und Cable-Konkurrenz, die weitaus besseren und qualitativ höherwertigeren Content liefern, sondern weil die einfach nicht mehr wissen, wie man Serien gestaltet und keinerlei neue Ideen hervorbringen können. Sieht man ja an den ganzen Serien-Adaptionen von Filmen, die allesamt in die Hosen gehen (Ausnahmen wie "Bates Motel" bestätigen wieder die Regel). Das ist Ideen- und Konzeptlos... und hoffnungslos. Für mich gibts keine Rettung mehr für die Networks, die sind so tot wie Samaritan, und das aus Eigenverschulden. PoI war die letzte gute Network-Serie, da sind wir uns denke ich einig.
    Ich persönlich muss zugeben, dass ich neben AoS auf ABC (ja, Marvel-Kram, ich weiß ) nun nur noch ausschließlich The CW schaue (ja, nen Haufen Superhelden-Kram, ich weiß Und Supernatural, weil guilty pleasure ), weil das die einzigen sind, die ein Konzept haben und auch dazu stehen. Von FOX, NBC, ABC und vor allem CBS kann man absolut nichts mehr erwarten. Vielleicht hauen sie aus reinem Glück mal nen Überraschungshit raus, aber das geschieht wenn dann nur ungeplant. Sowas wie LOST oder PoI (oder gar House) wirds nie mehr geben, diese Zugkraft haben die Networks schon seit Jahren verloren, mMn.


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Entstanden ist heute ein Relikt; Gedanken an eine – von der Reiz- und Informationsüberflutung manipulierten und geprägten Konsumgesellschaft (deren Drang nach Bestätigung und Dazugehörigkeit und die Angst vor dem Verlust dieser Eigenschaften sie dazu veranlasst, der aktuellen Übersättigung von Filmen und Serien jedwede Aufmerksamkeit zu schenken und somit die nicht mal 10-15 Jahre zurückliegenden Serien aus dem Auge zu verlieren) bereits vergessenen – Zeit des Geschichtenerzählens, die als bald in und dank besagter Gesellschaft in Vergessenheit geraten werden.
    So viel Abscheu gegen die Welt und deren Insassen in diesem Satz, I like it
    Aber ich mag dir nicht zustimmen, was das vergessene Geschichtenerzählen angeht, denn was gut erzählte Geschichten angeht gibt es mMn reichlich. Ich sag nur ein Beispiel unter vielen: Fargo


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Person of Interest ist seiner Zeit voraus (gewesen). Kontrolle und Manipulation zeigt sich eben nicht wie in dystopischen Filmen, sondern findet sich wie Person of Interest verborgen mittlerweile auch in der realen Welt wieder. Aber wie siegt man über dieses System, wenn es in sich nicht als Maschine existiert? Und eben das ist viel erschreckender, weil ein zentraler Sündenbock fehlt.

    In vielerlei Hinsicht ließen sich somit Parallelen zwischen dieser Serien- und der realen Welt ziehen, nur das in Letzterem keine Helden für die Zukunft kämpfen, geschweige denn existieren.
    Welche Serie hat diese Konzept deiner Meinung nach besser verfolgt, Person of Interest oder Mr Robot Ich mag mich da nicht entscheiden wollen, beide sind gleichermaßen so beängstigend real und Augen öffnend und stimulierend, die Realität zu erkennen


    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Nein, die größte Gefahr geht nicht von einer Maschine aus, deren Motive mit den folgenden Worten sogar nobel aussehen, sondern von den Menschen, der kontrollierbaren Masse und denen, die sie aus selbstsüchtigen Motiven lenkt. Liegen die Handlungen beider Maschinen in der Serie nicht nahe, eben diese zu eliminieren? Sie so zu kontrollieren, dass Freiheit und Gleichheit existieren können?
    Was ich vergessen habe zu erwähnen und meinem mal wieder viel zu langem Geschwafel-Review, das eh keiner liest, war die geniale Szene auf dem Time Square, als Samaritan mit Finch vor den Augen so vieler Menschen in aller Öffentlichkeit Kontakt aufnimmt und ihm zeigt, was die Menschheit sich selbst antut und ob er es für sich vereinbaren kann, mit der Abschaltung von Samaritan auch die letzte Rettung der Menschheit zu zerstören.



    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von brazil Beitrag anzeigen
    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es gibt nach wie vor geniale Leute da draußen, die solche Meisterwerke zustande bringen; wir brauchen dann nur noch Macher mit Visionen (und Geld), die so etwas produzieren möchten - und die sterben hoffentlich nicht aus.
    Aka Damon Lindelof. Mal schauen, was er der Menschheit als nächstes Geschenk nach The Leftovers zukommen lässt.
    Und man ihn machen lässt was ihm vorschwebt

  8. #7
    Benutzerbild von Roland Deschain

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    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    And what I found was that the moment that often mattered the most, the moment when you truly found out who they were, was often their last one."
    Wenn man so drüber nachdenkt – und je mehr man tut, desto schlimmer – ist das ein ziemlich trauriger Gedanke.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Aber wie gesagt, besser kann man die Geschichte und die Charaktere nicht beenden, so dass dieses Ende das ist, was die grandiose Serie auch verdient hat.
    Würde ich dir normalerweise widersprechen, aber PoI gehört noch zu der Art Serien, die ein Happy End wirklich verdient haben bzw. deren Charaktere.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Sehr genial auch das Pianostück, dass alle Szenen auf dem Dach begleitet hat und dass in den finalen Szenen dann nochmal extra gut zur Geltung kam und die Szenen noch tiefer unter die Haut gehen ließen.
    Das war ein Klavier? Der Song bzw. die Melodie war aber wirklich genial, die hatte echt etwas Unheilvolles und gleichzeitig Hoffnungsvolles.

    Gerade mal nachgeguckt, jetzt weiß ich welchen Song du meinst. Der Song, den ich meinte, kommt – passenderweise – von Ex Machina. Blöd nur, dass ich damit auf ewig Person of Interest mit verbinden werde.



    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    soll in der U-Bahn-Station (wo Fusco zum ersten Mal die Maschine sieht und sich somit auf Next-Level Nuts begibt),
    Apokalyptisch fand ich auch, wie die Maschine Shaw und Fusco dann navigierte, die U-Bahn in Gang zu setzen. Das hatte schon was.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Am Ende schiebt der Senator die abgewehrte Cyber-Katastrophe, die die Welt kurz aber heftigst ins Wanken gebracht hat aber abgewehrt werden konnte, standardmäßig auf die Chinesen.
    Politik halt. Wäre auch mein einziger kleiner Kritikpunkt, dass dem Zuschauer gesagt wird, dass Drahtzieher dahinter bzw. die, die davon profitieren, so ziemlich ungeschoren davonkommen und man das akzeptieren muss. Was ja mittlerweile auch Gang und Gäbe ist und sich ja mittlerweile als bevorzugte Krisenbewältigung etabliert hat: Ignorieren bis alle es vergessen.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    "Someone once asked me if I had learned anything from it all. So let me tell you what I learned. I learned everyone dies alone. But if you meant something to someone, if you helped someone, or loved someone, if even a single person remembers you, then maybe you never really die. And maybe this isn't the end at all."
    Gänsehaut-letzte Worte. :(

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Was soll man noch Großartiges schreiben? Das Finale war wie die gesamte Serie ein Meilenstein des Unterhaltungsfernsehens.
    Haste die Serie ja im Eiltempo durchgezogen, oder? Ist meines Wissens noch nicht allzu lange her als du mich gefragt hast, ob sich die Serie lohnt und wie sie sich entwickelt, wenn meine Erinnerungen die Zeit nicht durcheinander haut (so wie sie es desöfteren tut)
    Wann genau ich angefangen habe, weiß ich nicht mehr, aber irgendwann zwischen Ende Staffel 4 bis Anfang Staffel 5, weil ich die letzte Staffel wöchentlich geschaut habe. Hatte damals den Piloten gesehen, aber die Serie wieder aus dem Programm genommen.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Und nebenbei bietet die Serie noch so viele philosophische und kritische Denkansätze, die man in den heutigen dominierenden Serien (Game of Thrones, The Walking Dead, …) und Filmen (Comicbuch-Verfilmungen, Star Wars, …) gar nicht erwarten kann, weil die Konsumenten dazu nicht (mehr) fähig sind bzw. sein wollen.
    Ich hoffe, du meinst nicht mich damit als bekennend großer Fan von Star Wars (und Star Trek!), Comicverfilmungen (DC und! Marvel) usw Falls wider Erwarten doch, ich schau auch noch anderes
    Das richtete sich auch mehr an die Leute, die in den letzten drei, vier Jahren (und mit jedem Jahr stärker) Zugang zur Meinungsäußerung im Internet gefunden haben. Es ist halt so: das Internet war als ich es entdeckt habe noch ein Ort abseits vom 'realen Leben', an dem man mit Gleichgesinnten über Interessen diskutieren konnte. Durch die Entwicklung war es aber unausweichlich, dass die Gesellschaft das Internet als Platform nutzen und damit all die Konventionen mitbringen würde, von denen ich Abstand suchte. Kann man wohl nicht von wegrennen…

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Hatte mehrfach mit den Tränen zu kämpfen und teilweise einige in den Augen. Der Flashback mit Harold und Grace, der Abschied zwischen Reese und Harold…; den Rest hat mir aber die vorletzte Szene gegeben, als Harold wieder bei Grace war. Da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.
    Ja, die allerletzte Szene zwischen den beiden war Tränenattacke... vor Glück Auch weil es nicht so übertrieben war, sondern er einfach zu ihr geht und sie ihn einfach sieht und anlächelt.... das gibt der Szene einfach so viel mehr, finde ich.
    War das eigentlich in Italien oder wohin hatte man sie mit neuer Identität verfrachtet? Und neben dem Glück saß da auch sicherlich Schock mit drin, zumal Harold einiges zu erklären hat. Aber so, für den Moment und wie sie ihn präsentiert haben, war es eigentlich perfekt. Harold hat so ein Happy End echt verdient.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Heute ging daher mit Person of Interest nicht nur eine einfache Serie zu Ende. Person of Interest war mehr. Im goldenen Zeitalter des Fernsehens, in dem momentanen Übergang vom traditionellen Fernsehen – dem Zenit der Serienwelt, jetzt sterbend (streitbar) – hin zur von Streaming eingeleiteten neuen Ära des Konsumverhaltens gehörte die Serie zu den letzten Network-Serien, die noch etwas Großes zu erzählen hatten und wussten wie. Person of Interest ist das letzte Überbleibsel des genannten Zenits, das noch wusste wie man Anspruch mit mit spezieller Unterhaltung mischt und in epischer Breite erzählt. Somit ging heute nicht nur eine Serie zu Ende, sondern auch eine (Serien-)Welt unter. Manche Serien (LOST) fanden ihr Alpha und Omega in dieser Zeit und gelten noch heute als Maßstab moderner Unterhaltung und als Wahrzeichen der aussterbenden Erzählform vom Erlauben des kritischen Denkens durch die Enthaltung des ständigen Erklärbärs, der besonders in den erfolgreichsten Ablegern mittlerweile unabdingbar ist; andere (Supernatural) wiederum schafften den Sprung und passten sich an.
    Was Network-Serien angeht stimme ich dir absolut zu Network-Serien sind tot, und das nicht erst seit gestern. "Hannibal" war ne Ausnahme, aber das hätte sowieso nicht auf NBC laufen dürfen. Aber abgesehen davon kam da in den letzten Jahren absolut gar nichts mehr, was man auch nur annähernd als gut bezeichnen könnte. PoI war in der Tat die letzte gute Network-Serie, und damit ist nun auch Schluss. Die Networks werden nie mehr auf die Beine kommen. Nicht wegen der Streaming- und Cable-Konkurrenz, die weitaus besseren und qualitativ höherwertigeren Content liefern, sondern weil die einfach nicht mehr wissen, wie man Serien gestaltet und keinerlei neue Ideen hervorbringen können. Sieht man ja an den ganzen Serien-Adaptionen von Filmen, die allesamt in die Hosen gehen (Ausnahmen wie "Bates Motel" bestätigen wieder die Regel). Das ist Ideen- und Konzeptlos... und hoffnungslos. Für mich gibts keine Rettung mehr für die Networks, die sind so tot wie Samaritan, und das aus Eigenverschulden. PoI war die letzte gute Network-Serie, da sind wir uns denke ich einig.
    Kann ich alles auch genau so unterschreiben. Ja, die Networks haben den letzten Schritt echt verpasst und stecken – wie ich teilweise – noch in der Vergangenheit fest. Die neue Season hat auch wieder nichts zu bieten, was langfristig auf ähnlichen Pfaden stolzieren könnte.
    Die ganze momentane Situation lässt sich vielleicht am ehesten mit der goldenen Ära Hollywoods vergleichen. The Wire und Sopranos zu Anfang und Breaking Bad und Mad Men als letzte Vertreter (alles was ab 2010/11 produziert würde ich schon der nächsten Phase zuordnen) sowie LOST gelten ja generell als Meisterwerke der Fernsehunterhaltung und haben das Fernsehen auch geprägt und dorthin gebracht, wo es heute ist. Aber diese goldene Ära ist imo vorbei und wir befinden uns jetzt in der "New Hollywood"-Phase, in der neue Formen der Unterhaltung produziert werden und die alten verdrängen (eben der Zerfall der Networks).

    Dass PoI die letzte große Network-Serie war und die Networks gleichzeitig sterben ist aus dem Grund schade, weil Serien wie LOST oder PoI auf Kabelsendern nicht denkbar sind: denn mit 'spezieller Unterhaltung' und 'etwas Großes erzählen' meinte ich (Mystery-)Serien, die sich nicht zu ernst nehmen, teilweise seichte Unterhaltung sind, und deren großes Ganzes nicht immer 'Sinn' ergeben muss. Es muss halt nicht alles nahe der Realität sein, und das machte die Serie gerade so einzigartig.
    Lässt sich im obigen Beispiel mehr oder weniger so beschreiben, dass die Networks den großen Regisseuren wie Hitchcock, Hawks, Wilder etc. (die alle in der Zeit ihre Klassiker produziert haben) gleichzusetzen sind. Denn danach kamen von den Regisseuren, wenn überhaupt, nur noch Schattenbilder ihrer Genialität.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Ich persönlich muss zugeben, dass ich neben AoS auf ABC (ja, Marvel-Kram, ich weiß ) nun nur noch ausschließlich The CW schaue (ja, nen Haufen Superhelden-Kram, ich weiß Und Supernatural, weil guilty pleasure ), weil das die einzigen sind, die ein Konzept haben und auch dazu stehen. Von FOX, NBC, ABC und vor allem CBS kann man absolut nichts mehr erwarten. Vielleicht hauen sie aus reinem Glück mal nen Überraschungshit raus, aber das geschieht wenn dann nur ungeplant. Sowas wie LOST oder PoI (oder gar House) wirds nie mehr geben, diese Zugkraft haben die Networks schon seit Jahren verloren, mMn.
    Da ich leider nichts, was ich angefangen habe, umkomplettiert beenden kann, habe ich noch viele Anhängsel aus alter Zeit an der Backe – die bei mindestens fünf Staffeln anfangen –, die ihren Zenit vor zwei oder drei Staffeln erreicht hatten und seitdem kontinuierlich nachlassen. Und bis auf Supernatural und The Vampire Diaries sind das auch nur Comedys. Aka die wirklichen Serien findet man woanders. :/

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Entstanden ist heute ein Relikt; Gedanken an eine – von der Reiz- und Informationsüberflutung manipulierten und geprägten Konsumgesellschaft (deren Drang nach Bestätigung und Dazugehörigkeit und die Angst vor dem Verlust dieser Eigenschaften sie dazu veranlasst, der aktuellen Übersättigung von Filmen und Serien jedwede Aufmerksamkeit zu schenken und somit die nicht mal 10-15 Jahre zurückliegenden Serien aus dem Auge zu verlieren) bereits vergessenen – Zeit des Geschichtenerzählens, die als bald in und dank besagter Gesellschaft in Vergessenheit geraten werden.
    So viel Abscheu gegen die Welt und deren Insassen in diesem Satz, I like it
    Ich könnte noch weitaus Schlimmeres sagen. Mache ich dann bei meinem Swan Song ans Leben. Ich glaube, mittlerweile klinge wie ich Numb (wie Recht er doch hatte)…
    Blöd halt für euch, dass die SA die letzte Seite, auf der ich noch aktiv teilnehme, und daher mein Geschwafel hier landet.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Aber ich mag dir nicht zustimmen, was das vergessene Geschichtenerzählen angeht, denn was gut erzählte Geschichten angeht gibt es mMn reichlich. Ich sag nur ein Beispiel unter vielen: Fargo
    Siehe einen weiter oben. Diese eine Art des Geschichtenerzählens, die Networks geprägt haben, stirbt leider mit diesen aus. Gibt wie du sagst natürlich noch andere großartige Arten Geschichten zu erzählen.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Person of Interest ist seiner Zeit voraus (gewesen). Kontrolle und Manipulation zeigt sich eben nicht wie in dystopischen Filmen, sondern findet sich wie Person of Interest verborgen mittlerweile auch in der realen Welt wieder. Aber wie siegt man über dieses System, wenn es in sich nicht als Maschine existiert? Und eben das ist viel erschreckender, weil ein zentraler Sündenbock fehlt.

    In vielerlei Hinsicht ließen sich somit Parallelen zwischen dieser Serien- und der realen Welt ziehen, nur das in Letzterem keine Helden für die Zukunft kämpfen, geschweige denn existieren.
    Welche Serie hat diese Konzept deiner Meinung nach besser verfolgt, Person of Interest oder Mr Robot Ich mag mich da nicht entscheiden wollen, beide sind gleichermaßen so beängstigend real und Augen öffnend und stimulierend, die Realität zu erkennen
    Finde ich schwierig zu vergleichen; in Mr. Robot ist das ein zentrales Element der Serie. Mal schauen, wie man damit in Staffel 2 umgeht. Denn was ich mich frage: Wie kann die Serie eigentlich so gut ankommen bzw. erfolgreich sein? Mal ganz ehrlich: die Serie kritisiert bzw. macht sich ganz offensichtlich lustig über die, die in der Marvel/Starbucks/Instagram-Palette massenproduziert werden und drei Häkchen machen – siehe Signatur. Aber gerade wenn man im Internet liest, sind es gerade die, die Serie auch schauen und gut finden. Sind die Zuschauer nun so dumm oder einfach nur scheinheilig?

    Anyway. Ich würde es so beschreiben: Mr. Robot fokussiert sich mehr an und in der Gegenwart, während Person of Interest mit der AI schon zukunftsdenkend ist. Dass die Serie 2011 erschienen ist, macht das Ganze viel krasser, denn was Beobachtung und Datensammlung angeht haben NSA und Co. die erste Phase ja schon längst überschritten.
    Etwas weit hergeholt, aber vielleicht schaut man auf PoI in einigen vielen Jahren zurück wie auf 2001. Da war eine Serie einfach dem realen Leben etliche Jahre voraus. (Wobei 2001 selbst der Zukunft bzw. heutigen Gegenwart weit voraus war und deswegen natürlich unerreicht bleibt. )

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Nein, die größte Gefahr geht nicht von einer Maschine aus, deren Motive mit den folgenden Worten sogar nobel aussehen, sondern von den Menschen, der kontrollierbaren Masse und denen, die sie aus selbstsüchtigen Motiven lenkt. Liegen die Handlungen beider Maschinen in der Serie nicht nahe, eben diese zu eliminieren? Sie so zu kontrollieren, dass Freiheit und Gleichheit existieren können?
    Was ich vergessen habe zu erwähnen und meinem mal wieder viel zu langem Geschwafel-Review, das eh keiner liest, war die geniale Szene auf dem Time Square, als Samaritan mit Finch vor den Augen so vieler Menschen in aller Öffentlichkeit Kontakt aufnimmt und ihm zeigt, was die Menschheit sich selbst antut und ob er es für sich vereinbaren kann, mit der Abschaltung von Samaritan auch die letzte Rettung der Menschheit zu zerstören.
    Die Szene kann man auch durchaus mit der ähnlichen aus Mr. Robot vergleichen, weil beide auf ihre Weise genial waren. Was die Szene hier so episch machte – und da muss ich etwas ausholen – war erstmal die Tatsache, dass es wahrscheinlich kein visuelles Medium bisher geschafft hat, die erdliche Vorstellung von Gott so realitätsnah darzustellen. Wir hatten ein Aufeinandertreffen von Stellvertreter von Gott 1 und Stellvertreter von Gott 2, einen Dialog zwischen Gott 1 und Gott 2 und nun eben dieser Moment, in der Gott zur Menschheit (bzw. Harold) spricht. Kann das gar nicht wirklich beschreiben, aber das fühlte sich an als wenn eine höhere – da sterbende – Entität sich an seine Schöpfung wendet. Gibt eigentlich nur ein, zwei LOST-Momente, die diesen Höhepunkt noch überbieten können.

    PS: Ich lese dein 'Geschwafel' übrigens, weil ich bei einigen Serien, bei denen ich ab und zu mit meinen Gedanken wegdrifte, ansonsten den Faden verlieren würde.

    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Roland Deschain Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von brazil Beitrag anzeigen
    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es gibt nach wie vor geniale Leute da draußen, die solche Meisterwerke zustande bringen; wir brauchen dann nur noch Macher mit Visionen (und Geld), die so etwas produzieren möchten - und die sterben hoffentlich nicht aus.
    Aka Damon Lindelof. Mal schauen, was er der Menschheit als nächstes Geschenk nach The Leftovers zukommen lässt.
    Und man ihn machen lässt was ihm vorschwebt
    Man stelle sich vor seine (extrem gute) Serie würde mit einer verkürzten Staffel beendet werden (so als zufälliges Beispiel Boardwalk Empire), damit er sich seinem Wunschprojekt widmen kann (so als zufälliges Beispiel Vinyl). Das klingt nach dem Projekt des Jahrzehnts, was kann da schief gehen?


    Künstlerischer und kommerzieller Erfolg gehen eben in den allerwenigsten Fällen Hand in Hand.

    _____

    Sorry, dass das etwas off-topic wurde. Bot sich hier allerdings an, weil der Status von PoI in der Serienwelt dies nunmal zuließ.

  9. #8

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    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Was ich vergessen habe zu erwähnen und meinem mal wieder viel zu langem Geschwafel-Review, das eh keiner liest...
    Nun, bei den Serien, die ich schaue, lese ich immer deine Reviews

    Das wäre dann wenigstens einer

  10. #9
    Benutzerbild von VarysTheSpider

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    Da ich derart im Prüfungsstress war, hab ich es nicht vor heute geschafft, mir die beiden letzten Folgen anzuschauen. Die ganzen zwei Wochen habe ich deshalb geschwank zwischen Vorfreude auf ein episches Finale (denn dass es das werden würde, war mir klar) und Trauer wegen des Endes einer der besten Serien dieses Jahrtausends bisher. Persönlich siedle ich nur Breaking Bad und Game of Thrones höher an.

    Und was soll man zu den beiden Folgen noch sagen, was nicht schon gesagt wurde? Einfach genial, einfach episch, einfach Dramatik, Action & Spannung pur und unfassbar tiefgründige Dialoge. Jede der Figuren hat ein tolles und passendes Ende gefunden. Reese, der als Held stirbt, hat mich persönlich sehr mitgenommen. Finch, der zu Grace nach Italien geht, war unglaublich emotional. Und als Shaw ans Telefon geht und verschmitzt in die Überwachungskamera grinst, war einfach episch! Das i-Tüpfelchen war dann die Maschine, die ein Backup erstellt hat.

    Folge 12: 9/10
    Folge 13: 10/10
    Staffel: 9/10

    PoI ist einfach eine Serie wie keine andere, die Humor, Action, Spannung, Dramatik, Komplexität, Charaktertiefe, CotW und eine verdammt gute Mainstory nahezu perfekt unter einen Hut bringt. Und wenn dann doch mal ein Ausrutscher nach unten passiert, sorgt die nächste Folge für doppelte Wiedergutmachung. Die DVD-Box wird bestellt, sobald sie raus ist, das steht fest. So etwas muss einfach in meine DVD-Sammlung.

  11. #10
    Benutzerbild von Roland Deschain

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    Zitat Zitat von brazil Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Stampede Beitrag anzeigen
    Was ich vergessen habe zu erwähnen und meinem mal wieder viel zu langem Geschwafel-Review, das eh keiner liest...
    Nun, bei den Serien, die ich schaue, lese ich immer deine Reviews

    Das wäre dann wenigstens einer
    Noch mal offtopic: bist du für den Major jetzt eigentlich in Köln, brazil?

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