Show Me A Hero [HBO]

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  • #497970
    Stampede
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    Mmh, nach den 4 wirklich grandiosen Folgen fand ich die fünfte Folge nicht so gut und auch ein bisschen ernüchternd. Das Politische war freilich wieder gut, aber ach einem klasse erstem Drittel wurde es dann ein bisschen langweilig, irgendwie war da die Luft raus aus der Geschichte. Dennoch wieder fantastisch gespielt von Oscar Isaac und Katherine Keener, die sind einfach großartig. Mal schauen wie das Finale sein wird, diese Folge war mehr so ein Zwischenschritt und Bindeglied.

    1×05 – Part V


    Im Jahr 1991 ist man nun angelangt und Nick will nach seiner Courage-Auszeichnung unbedingt wieder für das Bürgermeisteramt kandidieren. Seine Begeisterung war regelrecht ansteckend, umso ernüchternder war dann der Tiefschlag, dass die Demokraten bereits Zaleski als ihren Kandidaten ins Rennen schicken wollen und Nick diesem nur Stimmen streitig machen würde wenn er auch kandidiert.
    Vinni schlägt Nick vor, dass er stattdessen als Stadtrat kandidieren soll, weil er das auf jeden Fall gewinnen wird und somit wieder in die Politik kommt. Sie selber will auch wieder dorthin nach 4 Jahren Abwesenheit und Counsil-Präsidentin werden, was sie letztendlcih auch schafft.
    Nick versucht zwar Zaleski zu überzeugen, dass die Demokraten mit ihm als Kandidat besser dran sind, weil er das Umfeld bestens kennt, aber Zaleski bringt dann das gute Argument, dass alles noch zu frisch ist und die Bevölkerung in Nick immer noch das Desaster um das Housing-Project sieht. Also kandidiert Nick nicht für das Bürgermeisteramt und sowohl die Presse als auch sonst sind ziemlich enttäuscht, dass er nur als Stadtrat kandidiert.
    Und Nick ist es auch, was nach und nach mehr und mehr aus ihm rauskommt in zynisch-aggressiven Kommentaren. Das geht sogar soweit, dass er total verzweifelt und abgefuckt auf der Couch rumlungert, weil der Wahlausgang sich so schwierig gestaltet, so dass sogar seine Frau ihn mal ordentlich zusammenscheißen muss. Und dann Schnitt und er wird zum Stadtrat vereidigt :D
    Zaleski gewinnt die Wahl vor Martinelli und Chema. Nick, der sehr viel Arbeit reingesteckt hat, um das möglich zu machen, erhält keinen Dankesanruf und gar nichts. Generell spielt sich Zaleski total auf und ist total unbeliebt, zudem hält ihn jeder für einen paranoiden Trottel.
    Also das Politische war wieder gut.

    Alles andere hingegen so naja.
    Freamon aus The Wire ist nun als Berater in dem Projekt, um die neuen und zukünftigen Bewohner von Yonkers zusammenzuführen. Mary ist natürlich dabei und hat alles über sich ergehen lassen. Krass war der Besuch von ihr und ihrer Freundin in Schlobohm, was ein ziemlich übler und dreckiger Bezirk ist. Aber so hat sie zumindest mal gesehen, wie diese Leute leben und dass sie es in den neuen Häusern vermutlich besser haben. Aber so ganz geläutert hat Mary doch nicht ausgeschaut. Aber sie hat ebenso wie Nick wohl innerlich schon aufgegeben, laut ihr ist ja auch alles umsonst, weil sich eh nichts ändern wird, egal was man tut.

    Ansonsten ist am Ende der Folge die Lotterie durchgeführt worden. Einige bekannte Charaktere wurden direkt gelost und kommen nun in die Häuser (u.a. die blinde alte Frau und die junge Frau mit dem Baby, deren Freund schon wieder in den Knast muss). Andere hingegen sich auf der Warteliste.

    #498102
    Stampede
    Mitglied

    Okay, die vorherige Folge war dann doch nur ein kleiner Ausrutscher gewesen, denn die sechste und letzte Folge war verdammt stark und ein großartiger Abschluss dieser großartigen und interessanten Mini-Serie. Und ein bitterer noch dazu, die finalen Minuten waren Gänsehaut³, das muss ich erstmal verdauen…
    Das Team Simon/Haggis/Zorzi muss unbedingt baldmöglichst noch was für HBO machen, wegen mir auch gerne eine längere Serie #vertrag#

    1×06 – Part VI


    Im Juni 1992 ziehen also nun die ersten Bewohner in die neuen Häuser und bekommen von Zaleski feierlich einen symbolischen Schlüssel verliehen. Aber die Freude wird gleich mal unterdrückt bei einer Art Einweisung, wo jedem gesagt wird, dass sich sich gefälligst als gute Nachbarn verhalten sollen, sonst fliegen sie sofort wieder aus den Häuser, denn es gibt keine Toleranz für gar nichts. Das Ganze geht dann sogar soweit, dass den Neuen gezeigt wird, wie man die Müllbeutel richtig zubindet #hm# Also die total rassistische Einweisung, gut so dass jemand aufgestanden ist und gefragt hat, was dieser menschenverachtende Vortrag eigentlich soll.

    Was ich dann richtig stark und auch richtig krass fand war, wie sehr in Furcht die Neuen gelebt haben. Ein Auto fährt vorbei und beschimpft die Neuen als „porch monkeys“. Und nachts sind auf einmal merkwürdige Geräusche vor den Häusern zu hören. Also das kam total beklemmend und beunruhigend rüber, wie sehr die alle da in Angst waren, dass ihnen jemand das Haus abfackelt oder sie überfallen werden. Sehr stark gemacht.
    Aber es gibt auch weniger direkte Anfeindungen, die aber trotzdem so feindselig rüberkommen wie sie gemeint sind. Die Weißen starren die Schwarzen die ganze Zeit misstrauisch und feindselig an, Müll wird in ihre Gärten geworfen und die Hunde lassen sie extra in die Gärten scheißen. Die ganzen Missstände werden angesprochen und die Polizei pfeift auch gleich mal die Frau mit den 3 Pudel zusammen, dass sie das gefälligst unterlassen soll.
    Dachte eigentlich, dass daraufhin so einiges eskalieren wird, aber dem war dann doch nicht so, so dass sich Mayhawk trotz einiger bestehender Probleme aus dem Projekt zurückzieht, weil er diese ohne gravierende Vorkommnisse nun abgeschlossen sieht. Die Bewohner und Mary können das nicht fassen, dass man sie so fallen lässt, machen aber dann im Alleingang weiter.
    Was ich schön fand am Ende war, dass sie sich dann doch irgendwie zusammengerauft haben, auch wenn das nochmal 15 Jahre gedauert hat, bis das Projekt abgeschlossen war. Schöner Moment, als die hochnäsige Pudel-Lady sich mit dem schwarzen Kind abgibt und es mit ihren Hunden spielen lässt.

    Ansonsten wurde Santos wieder verhaftet, weil er einen umgebracht hat, so dass Billie nun der Rauswurf droht, weil er bei ihr gewohnt hat. Doreen, die neben Mary die Sprecerhin für die neue Community ist, hat sie dann aber dazu bewegen können, sich dagegen so wehren.

    Also während das Housing-Project trotz vieler Probleme langsam aber sicher ins Laufen kommt und sich letztendlich etabliert hat, geht es für Nick steil bergab. Er legt sich mit Zaleski an wegen dieser Parking-Authority-Sache, weil er es ihm heimzahlen will für die ganze Undankbarkeit und Nichtwürdigung. Er benutzt Nay dafür, die daraufhin droht gefeuert zu werden, als Nick mit der ganzen Sache nicht durchkommt.
    Nächster Tiefschlag für ihn dann, als er sich bei den Neuen als der ehemalige Bürgermeister in Erinnerung bringen will, der das Housing-Project überhaupt erst verwirklicht hat. Aber keiner kennt ihn mehr und keinen interessiert es, was er überhaupt will (hätte er vielleicht nicht mal mitten in der Nacht bei jedem klingeln sollen).

    Als nächstes will er als City Council Judge kandidieren, muss aber erfahren, dass Vinni bereits jemand anderes dafür hat. Also will Nick nun aus Rache und Verzweiflung heraus gegen Vinnie für den Posten des Council President kandidieren und stellt sich somit auf Zaleski’s Seite. Also die Aktion fand ich widerwärtig von Nick, dass er seine alte Freundin, die immer loyal zu ihm war und immer zu ihm gestanden hat, einfach so hintergeht und hinter ihren Rücken sie aus ihrem Amt verdrängen will. Aber jeder ist sich halt selbst der nächste. Vinnie schlägt persönlich zurück, indem sie Nay von einer etwaigen Affäre ihres Mannes mitteilt. Das kam aber nur kurz zur Sprache und war dann auch wieder vom Tisch.
    Nick verliert gegen Vinnie und nun gibt es keinen Platz mehr für ihn in der Politik. Außerdem laufen Ermittlungen gegen die Behörde, in der er vorher war, wegen Diebstahls. Nick hat damit zwar nichts zu tun, aber das würde sein politisches Ansehen endgültig zerstören.

    Also echt krass, wie es Nick erging, das war total bedrückend gemacht. Aber der Knaller dann am Ende. Nachdem Nick in Tränen ausgebrochen ist begibt er sich auf den Friedhof zum Grab seines Vaters, während Nay andauernd versucht, ihn auf dem Pieper zu erreichen. Kreisschluss zum Serienauftakt also.
    Und in der Montage im Abspann stellt sich dann heraus, dass er sich erschossen hat #8o# Das kam total überraschend und schockierend für mich, ich hatte total Gänsehaut und konnte es nicht fassen, dass das so krass und tragisch endet mit Nick #8o# Also das hat mir in dem Moment schwer zugesetzt und betroffen gemacht, dauert jetzt ne Weile bis ich das verdaut und verarbeitet habe….

    #498105

    Folge 5 fand ich wie du auch ziemlich lahm, war imo die schwächste der Serie. Die letzte Folge war dann aber wieder richtig gut und wie du fand ich das Ende sehr überraschend. Insgesamt war’s ansehnlich. #hallo#

    #498111
    Stampede
    Mitglied

    @Roland Deschain 640323 wrote:

    Die letzte Folge war dann aber wieder richtig gut und wie du fand ich das Ende sehr überraschend.

    Ich habe das echt überhaupt nicht kommen sehen #hm# Die Szene auf dem Friedhof mit dem Pieper gabs ja nicht nur im Pilot sondern auch noch ein paar mal während der Staffel, so dass ich immer dachte, dass das halt da war, als er gerade Bürgermeister war. Hat mich echt total schockiert und ich konnte es auch während der Montage bei der Bestattung am Ende nicht glauben, dass es wirklich Nick ist, der da im Sarg liegt. Krass #hm#

    #498130

    Ja, ging mir genau so. Hatte das irgendwann in Folge 3 oder 4, als genau diese Szene am Ende war, abgeschrieben, aber das kam schon unerwartet und gab dem Ganzen dann noch mal ’nen bitteren Unterton. Ich beschwere mich nicht, genau auf so etwas stehe ich. :D

    #504343
    Anonym
    Gast

    Habe jetzt auch mal Part I gesehen und fand es garndios. Unglaublich was David Simon hier wieder an sozialen Missständen auf den Bildschirm bringt und dazu noch so packend erzählt, dass es zu keiner Zeit dröge oder langweilig wirkt, was bei dem Thema ja schnell passieren kann. Die Wahl von Wasicsko ging mir zwar ein klein wenig zu schnell, aber so kann man jetzt denke ich ganz gut die großen Themen angehen. Ich bin gespannt wo die Serie hinführt, wirkliche Einzelheiten von den damaligen Ereignissen kenne ich nicht. Wie gesagt, sehr guter Auftakt in eine hoffentlich genau so gute Miniserie. Ich freue mich schon auf die restlichen fünf Folgen :-)

    #504753
    Anonym
    Gast

    Bin jetzt mit der Serie durch und sie hat mir überaus gut gefallen. Absolutes Meisterwerk, das David Simon hier mal wieder abgeliefert hat und vor Sozialkritik nur so strotzt. Da waren wieder Szenen dabei, da kam ich aus dem Kopfschütteln einfach nicht mehr heraus. Da lief damals so ziemlich alles schief was nur schief gehen konnte, und die Ignoranten konnten nichts weiter tun als ihren idiotischen Kopf weiterhin versuchen durchzusetzen, während der arme Teil der Bevölkerung darunter zu leiden hat. Mit manchen Personen hat man einfach nur mitgelitten, während man andere wirklich anfing zu hassen, mit all ihrem Rassismus und ihrer Überheblichkeit.

    Gut dass es Serien gibt, die solche Themen aufgreifen und aufarbeiten. Das behandelte Thema ist ja leider selbst heute noch keine Selbstverständlichkeit.

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