The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst [HBO]

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    Stampede
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    US-amerikanische sechsteilige Dokumentationsserie über den Geschäftsmann Robert Durst von Andrew Jarecki, die 2015 von Home Box Office (HBO) ausgestrahlt wurde.
    Durst tötete 2001 seinen Nachbarn Morris Black. Im anschließenden Strafverfahren wurde Durst vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen, da eine Notwehrsituation nicht ausgeschlossen werden konnte, aber unter anderem wegen der Manipulation von Beweismitteln zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Durst wird darüber hinaus mit zwei ungeklärten Fällen in Verbindung gebracht: Seine Ehefrau Kathleen wird seit dem 31. Januar 1982 vermisst, und am Heiligabend 2000 wurde die mit Durst befreundete Susan Berman ermordet aufgefunden. Die Dokumentation setzt sich mit Robert Dursts Leben und seiner möglichen Verwicklung in die ungeklärten Fälle auseinander.
    Die Serie wurde von Andrew Jarecki, Marc Smerling, and Zachary Stuart-Pontier geschrieben. Regisseur war Andrew Jarecki, der 2010 bereits All Good Things über die gleiche Thematik gedreht hatte. Durst ließ Jarecki als ersten seine Geschichte erzählen, nachdem er dessen Film gesehen hatte. Da Durst ein pikantes Detail nach dem anderen enthüllte, wurde das ursprünglich als Dokumentarfilm geplante Format zu einer sechsteilige Fernsehserie ausgebaut und von HBO gekauft. (wikipedia.de)

    https://www.youtube.com/watch?v=tEPG9z9rHsc

    Habe ich soeben die erste Folge gesehen und fands genial. Ist zwar den Dokumentarserie aber aufgezogen wie ein True-Crime-Thriller. Faszinierend, spannend und mitreißend, bereits mit den ersten 5 Minuten, als die verstümmelte Leiche gefunden wird und die örtliche Polizei in einem rückblickenden Interview darüber erzählt, ist man total drin in der Geschichte.
    Die erste Folge befasst sich erstmal mit den Fakten des Mordes in 2001 und was zur Verhaftung von Robert Durst führte. Und da steckt schon so viel drin, unglaublich. Wäre das nicht wirklich passiert würde man glatt denken, dass das ein astreines Filmdrehbuch eines Psychothrillers ist. Die Atmosphäre ist auch richtig gut (sofern man das von einer Dokumentation überhaupt sagen kann) und die ganzen Originalaufnahmen, Originalverhöre, aufgezeichneten Telefongespräche, Interviews mit den Cops, der Staatsanwaltschaft, den Strafverteidigern usw sind auch stark, man wird total in die Geschichte reingezogen.
    Also hat mir außerordentlich gut gefallen, und dabei war Folge 1 ja erst der Auftakt und lediglich das Zusammentragen der Fakten des dritten Mordes, mit dem Durst in Verbindung gebracht wurde, das eigentliche Interview mit ihm kommt jetzt erst. Bin sehr gespannt, wie das weitergehen wird und was der zu sagen hat.

    1×01 – A Body in the Bay

    2001 wird in Galveston, Texas der Torso einer verstümmelten Leiche gefunden und kurz darauf auch die weiteren Leichenteile in Plastiksäcken. Als die Identität der Leiche und dessen Wohnort ausfindig gemacht werden konnte kommen sie recht schnell Robert Durst auf die Spur, der die ominöse Nachbarin des Toten war, die viel auf Reisen ist.
    250K Aktion, die er mal eben locker zahlen lässt, weil er ein reicher Immobilienerbe aus NY ist. Er steht bereits im Verdacht, seine Frau ermordet zu haben, die vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist. Er taucht dann nicht bei der Verhandlung auf und ist somit auf der Flucht, wird aber geschnappt, weil er ein Sandwich klauen wollte. In dem Zusammenhang stellt sich auch heraus, dass er zig Fake-IDs hat, darunter auch die von Frauen.
    Seine Frau traut dem Familienanwalt nicht, weil sie denkt, dass er von Durst‘ Bruder angewiesen wurde, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, um so an seinen Teil des Erbes zu kommen. Da die beiden sich nicht entscheiden können, welchen der beiden Top-Anwälte er nun nehmen soll, nimmt er einfach beide für einen schlappe Summe von 1,8 Millionen Dollar.
    Sein Bruder hat zudem einen Bodyguard engagiert, nachdem Durst ihm den Tod angedroht hat, weil der ihm seiner Meinung nach aus dem Familienunternehmen verdrängt hat.
    Also echt wie aus einem Hollywood-Drehbuch :D

    10 Jahre später kam dann dieser Kinofilm raus, der sich mit dem Fall auseinandersetzt. Was Durst dann anscheinend bewogen hat, über den Produzenten Kontakt mit dem Regisseur aufzunehmen und sich einem Interview zu stellen.

    #497086
    Anonym
    Gast

    Das steht auch weit oben auf meiner Liste. Klingt sehr gut was du schreibst.

    #497162

    Oh, danke für die Erinnerung. #hallo#

    #497168
    Stampede
    Mitglied

    Ja, schaltet da unbedingt mal rein, auch nach Folge 2 (Poor Little Rich Boy) kann ich sagen, dass sich das auf jeden Fall lohnt #hallo#
    Ist nach wie vor spannend und faszinierend anzuschauen und nun ist auch das Interview mit Durst gestartet. Folge dreht sich neben seiner Kindheit hauptsächlich um seine Frau, die auf einmal spurlos verschwunden ist. Und das war wieder supergut wie ein Krimi gestaltet, mit den ganzen rückblickenden Interviews des ermittelnden Beamten und den Angehörigen/Bekannten sowie Tagebucheinträgen seiner Frau, Fotos, Zeitungsausschnitte und TV-Berichten aus der damaligen Zeit. Aber das richtig geile war, als Durst selber dann in dem Interview erzählt, wie das damals war, und da waren echt so suspekte und kaputte Aussagen dabei, wo man sich an den Kopf langt. Also das wird denke ich mal noch hochinteressant werden.

    Als er so unverhohlen erzählt, dass er seiner Frau mit Gewalt gedroht hat, dass sie das Kind abtreiben soll, sonst lässt er sich scheiden. Oder als er unverhohlen zugibt, dass er sie andauernd geschlagen hat. Oder am besten die Aussage am Schluss, als er zugibt, dass er der Polizei irgendwas erzählt hat, wann er bei einem Nachbar war oder seine Frau vor ihrem Verschwinden angerufen hat, nur damit sie ihn in Ruhe lassen.

    #497535
    Anonym
    Gast

    Ich habe mir gerade wie im Rausch die ersten beiden Folgen angesehen, das ist ja unglaublich was HBO hier vom Stapel gelassen hat @-) Schon allein, wie Robert Durst ins Interview kommt und dann so ganz locker flockig von der Seele redet, als wären die Anschuldigungen gegen ihn das normalste von der Welt. Bei manchen Aussagen haben sich mir echt die Fußnägel aufgerollt, vor allem bei, neben vielen anderen kaputten Dingen, dem was Stamp in seinem Spoiler zu Episode 02 erwähnt #argh#

    Die Aufmachung der Doku ist wie von HBO gewohnt hochwertig gemacht, die Kombination aus Interview, Originalaufnahmen, Zeugenaussagen und nachgestellten Szenen ist grandios. Die Doku werde ich wohl noch diese Woche zu Ende schauen, ich musste mich schon bremsen jetzt nicht auch noch Episode 03 zu starten #argh# :D

    #497540
    Stampede
    Mitglied

    @Burning 639273 wrote:

    Schon allein, wie Robert Durst ins Interview kommt und dann so ganz locker flockig von der Seele redet, als wären die Anschuldigungen gegen ihn das normalste von der Welt. Bei manchen Aussagen haben sich mir echt die Fußnägel aufgerollt, vor allem bei, neben vielen anderen kaputten Dingen, dem was Stamp in seinem Spoiler zu Episode 02 erwähnt #argh#

    Und dann noch diese pechschwarzen Augen …..

    @Burning 639273 wrote:

    Die Aufmachung der Doku ist wie von HBO gewohnt hochwertig gemacht

    Was gibts noch für empfehlenswerte Dokus von HBO? :-?

    @Burning 639273 wrote:

    Die Doku werde ich wohl noch diese Woche zu Ende schauen, ich musste mich schon bremsen jetzt nicht auch noch Episode 03 zu starten #argh# :D

    :D Ich muss das erst immer etwas setzen lassen #hallo#

    Folge 3 (The Gangster’s Daughter) habe ich gestern gesehen und ist natürlich nach wie vor grandios und sehr spannend gemacht. Man ist beim nächsten tödlichen Ereignis im Zusammenhang mit Robert Durst angelangt und es wird immer vertrackter und undurchsichtiger. Wie schon erwähnt ist das ne Story wie aus einem astreinen Thriller, mit überraschenden Verwicklungen und Wendungen. Und Durst ist das Unschuldslamm im Interview und weiß angeblich von gar nichts, aber bei Nachfragen von Interviewer aufgrund seiner fadenscheinigen Aussagen zucken immer die pechschwarzen Augen so suspekt. Also nach wie vor richtig gut. Das einzige, was ich bei der Folge etwas schade fand war, dass man die zweite Sache ein bisschen zu kurz behandelt und beleuchtet hat, wegen mir hätte man da gerne eine komplette Folge draus machen können mit nur diesem Thema, das ist einfach zu interessant. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.


    Im Jahr 2000 wird Kathie’s Verschwinden nun wieder aufgerollt. Durst war damals mit Susan Berman zusammen, deren Vater ein Mitglied des organisierten Verbrechens war, weswegen nun vermutet wird, dass Durst durch Susan Kontakte dorthingehend aufgenommen hat, um seine Frau ermorden und verschwinden zu lassen. Also echt wie in einem waschechten Thriller, besser und spannender kann man das auch nicht als Drehbuch schreiben.
    Und an Weihnachten 2000 wird dann auch noch Susan Berman exekutiert in ihrer Wohnung aufgefunden kurz bevor sie vom LAPD wegen Kathie’s Verschwinden befragt werden sollte. Und die Polizei erhält dann auch noch einen Notizzettel, auf dem die Adresse steht, damit sie gefunden wird, weil der Mörder anscheinend nicht wollte, dass sie dort lange rumliegt und vor sich hinverwest. Deren Sohn freundet sich dann mit Durst an und der zahlt ihm das komplette College. Also so dermaßen verdächtig, auch wie er die ganzen Freundinnen von Susan nach ihrem Tod ausgefragt hat.
    Und im Interview sitzt er da und weiß von nichts, stellt aber Vermutungen an was sein könnte und bringt lauter fadenscheinige Aussagen, erst recht bei Nachfragen.

    Was ich übrigens weiterhin total geil finde ist die Sache mit dem 6-Dollar-Sandwich, das er gestohlen hat und weswegen er erwischt wurde #ugly# =) Kann in keinem Drehbuch besser stehen :D

    #497542
    Anonym
    Gast

    @Stampede 639279 wrote:

    @Burning 639273 wrote:

    Schon allein, wie Robert Durst ins Interview kommt und dann so ganz locker flockig von der Seele redet, als wären die Anschuldigungen gegen ihn das normalste von der Welt. Bei manchen Aussagen haben sich mir echt die Fußnägel aufgerollt, vor allem bei, neben vielen anderen kaputten Dingen, dem was Stamp in seinem Spoiler zu Episode 02 erwähnt #argh#

    Und dann noch diese pechschwarzen Augen …..[/quote]
    Generell sein Blick lässt einem das Blut gefrieren. So … abwesend #argh#

    @Stampede 639279 wrote:

    @Burning 639273 wrote:

    Die Aufmachung der Doku ist wie von HBO gewohnt hochwertig gemacht

    Was gibts noch für empfehlenswerte Dokus von HBO? :-?[/quote]
    Keine Ahnung, das war eigentlich auf HBOs Serien bezogen :D

    @Stampede 639279 wrote:

    @Burning 639273 wrote:

    Die Doku werde ich wohl noch diese Woche zu Ende schauen, ich musste mich schon bremsen jetzt nicht auch noch Episode 03 zu starten #argh# :D

    :D Ich muss das erst immer etwas setzen lassen #hallo#[/quote]
    Verständlich, ist schon echt harter Tobak, und die Pause nach Folge 2 tut mir auch gut, war schon bisschen heftig die beiden ersten Episoden am Stück zu sehen :D

    #497543
    Stampede
    Mitglied

    @Burning 639281 wrote:

    @Stampede 639279 wrote:

    @Burning 639273 wrote:

    Schon allein, wie Robert Durst ins Interview kommt und dann so ganz locker flockig von der Seele redet, als wären die Anschuldigungen gegen ihn das normalste von der Welt. Bei manchen Aussagen haben sich mir echt die Fußnägel aufgerollt, vor allem bei, neben vielen anderen kaputten Dingen, dem was Stamp in seinem Spoiler zu Episode 02 erwähnt #argh#

    Und dann noch diese pechschwarzen Augen …..

    Generell sein Blick lässt einem das Blut gefrieren. So … abwesend #argh# [/quote]
    Ja, der ist total creepy.

    @Burning 639281 wrote:

    @Stampede 639279 wrote:

    @Burning 639273 wrote:

    Die Aufmachung der Doku ist wie von HBO gewohnt hochwertig gemacht

    Was gibts noch für empfehlenswerte Dokus von HBO? :-?

    Keine Ahnung, das war eigentlich auf HBOs Serien bezogen :D

    Ach so, komplett falsch verstanden =)

    #497569
    Stampede
    Mitglied

    „The State of Texas vs. Robert Durst“ … der Titel von Folge 4 war Programm.
    Wusste gar nicht, dass man während einer Gerichtsverhandlung, die einen Mordfall behandelt, mit Kameras filmen darf?! :-? Ebenso hat mich verwundert, dass die Geschworenen und die Strafverteidiger so aus dem Nähkästchen plaudern dürfen, wie sie es in den Interviews 12 Jahre später getan haben. Aber natürlich umso besser, so war man mittendrin in dieser mitreißenden und superspannenden Folge. Ne Unmenge Originalszenen direkt aus dem Gerichtssaal, so dass man das Unfassbare nicht nur erzählt bekommt sondern auch direkt mitbekommt, klasse umrandet durch die Interviews, TV-Berichte etc, die immer wieder mit eingebettet wurden.
    Und dann noch die letzte Szene, wie geil war das denn?! @-) =)


    Krass, dass es die Verteidung echt geschafft hat, die Jury zu überzeugen, dass Durst nicht der kaltblütige Mörder ist, der er ohne Zweifel ist, gegen den alle Beweise sprechen und der so offensichtlich im Zeugenstand gelogen hat #hm# Erst die Staatsanwältin als Böse dargestellt, die Durst aufgrund ihrer politischen Ambitionen eine Hetzkampagne aufgehalst hat. Und dann Morris Black als gewalttätigen, gestörten und unberechenbaren Nachbarn dargestellt. Krass war auch, wie die Jury aufgrund der Erzählung, warum sich Durst als Frau verkleidet hat, auf einmal gelacht hat #hm#
    Seinen Bericht vom Kampf mit Morris, den er dann quasi in Notwehr bzw sogar als Unfall erschossen hat, konnte die Staatsanwaltschaft sogar fast komplett als Lüge beweisen. Und dann gibt er auch noch zu und erzählt in allen Einzelheiten, wie er Morris zerstückelt hat, wo er ihn ins Wasser geworfen hat und dass dann „auf einmal“ der Kopf verschwunden war, nachdem er bemerkt hat, dass die Säcke nicht untergehen….
    ….. und die Jury spricht ihn trotzdem frei, einfach Wahnsinn #hm#

    So geil am Ende der Folge, als beim Interview eine Pause eingelegt wird und Durst vor sich hinflüstert, dass er unbedingt sagen muss, dass er nicht absichtlich die Unwahrheit gesagt hat, sondern nicht wusste, wie er es sagen sollte, also hat er einfach ein paar Sachen weggelassen (wenn ich das richtig verstanden habe)… und das Mikro war die ganze Zeit an!! #ugly# =)

    #497601

    Hab‘ die ersten beiden Folgen nun auch gesehen und kann euch beiden nur zustimmen. Das ist stellenweise unangenehm zu schauen, gerade weil man ja weiß, dass es so stattgefunden hat. Aber auch wirklich extrem interessant, die Zeit vergeht wie im Flug.

    #497609
    Stampede
    Mitglied

    Sehr schön, noch ein Begeisterter von dieser großartigen Doku-Serie :-)

    Folge 5 („Family Values“) fand ich nicht so stark wie die ersten 4 Folgen, war manchmal ein bisschen schleppend und eher so ein Mix aus Aftermath von Folge 4 und Setup für Folge 6. Interessant war es natürlich trotzdem, weil noch ein paar interessante und suspekte Sachen sowie die Beziehung von Durst und seinem Bruder Douglas beleuchtet wurde, aber das kam mir eher so vor, als ob man es noch bringen musste, um das Bild komplett zu haben, weswegen man das dann auch recht kurz behandelt hat. Hätte mir auch gerade zu Beginn der Folge noch mehr kritische Worte zum amerikanischen Rechtssystem gewünscht (wäre die Doku von Michael Moore gewesen wäre das bestimmt gekommen :p). Also die Folge war wie gesagt eher Aftermath/Flashback auf all das was man vorher gesehen hat und das was jetzt kommen wird, was man gut an der Atmosphäre und wie die Interviews mit den bereits bekannten Personen gestaltet waren.
    Aber die letzten 5-10 Minuten haben dann doch wieder so mitgerissen wie die Folgen vorher und aufgrund neuer erdrückender Erkenntnisse darf das Finale nun kommen :D


    Outrage und Spott nach dem Freispruch in den Medien, Jon Stewart hatte auch nen Auftritt :D Und das amerikanische Rechtssystem kriegt die volle Breitseite ab, was für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz kam wie gesagt.
    Interessant fand ich diesen Bericht mit den widersprüchlichen Aussagen und mit dem PI. Und dass Durst‘ Familie wohl ein bisschen mit involviert war, dass es zum Freispruch kam. Interessant auch, dass Durst seinen Bruder töten wollte, ebenso wie das, was seine Frau ausgesagt hat. Aber kam mir alles ein bisschen zu kurz abgehandelt vor, was schade ist. Stattdessen hat man sich auf das bevorstehende Interview und den ganzen Vorlauf dazu konzentriert, was ich ein bisschen schleppend fand.
    Dass am Ende dann so viele erdrückende Beweise gegen Durst zum Vorschein kamen ist krass. Das Timing, dass ihn nun richtig heftig zum Mordfall Susan Berman in Verbindung setzt. Und am Ende dann dieser Brief mit „Beverley Hills“ und der gleichen Handschrift. Also ich bin hochgespannt, wie das Interview weitergehen wird und wie er sich versuchen wird, von all den Konfrontationen rauszuwinden.

    #497622

    Folge 3 und 4 habe ich nun auch gesehen. Ich wollte eigentlich auch immer so schwarze Augen haben – aber er hier sieht einfach so abartig teuflisch aus, das geht gar nicht. Einfach nur krass.

    #497623

    Hab‘ die Reihe nun durch. Folge 5 sehe ich wie du, Stampede, von daher bin ich sehr gespannt, was du zum Finale sagst.

    Ich habe nämlich extreme Probleme mit dem Finale. Zu erst hat mich die allerletzte Szene geschockt, und wäre diese Reihe fiktiv gewesen, hätte es bei mir auch richtig gesessen. Da es sich aber um eine wirkliche Geschichte handelt, kam mir das Ende suspekt vor. Es lässt sich viel hineininterpretieren, und wenn ich irgendwann Zeit und Lust dazu finde, schreibe ich mal runter, was ich so von dem Ganzen nun denke.

    Lohnen tut sich das Ganze dennoch.

    #497624

    Das hat mich tatsächlich die halbe Nacht wachgehalten, also werde ich nun doch mal meine Gedanken dazu äußern. Spoiler zur ganzen Serie.

    Klar ist das eine Reihe über Robert Durst und was er getan hat oder eben was er sehr wahrscheinlich getan hat, aber letztendlich denke ich ist das mehr eine Charakterstudie über diesen Mann als eine Aufzeichnung seiner Taten. Und das mag absurd klingen und ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt so sagen will, aber der Typ tut mir tatsächlich ein wenig leid.
    Wenn ich mir so anschaue, dass er in der ersten Folge als jemand beschrieben wurde, der so etwas gar nicht getan haben könnte, und dann diesen Mann in den Interviews da sitzen sehe mit seinen pechschwarzen Augen, dann muss er durch eine schwierige Zeit gegangen sein, und obwohl sicher die Prozesse etc. da mit einspielen, meine ich damit viel mehr sein Innenleben. Ich glaube das ist ein Mann, der gefasst werde möchte, es aber selber nicht beichten kann, weil er sich soweit in seine Lügengeschichten vertieft hat, dass er gar nicht mehr rauskommt – dennoch, ich glaube er hat wirklich damit zu kämpfen, was er getan hat, und er wird vielleicht sein ganzes Leben damit leben müssen. Das rechtfertigt natürlich nicht, was er getan hat, und wer einen Mann zerstückeln kann, ist definitiv nicht ganz dicht, aber ich glaube dass er innerlich doch daran zu knabbern hat und es ihn (teilweise) zerstört hat.
    Gerade im Hinblick auf die letzte Szene (die natürlich wie im Beitrag zuvor richtig krass zuerst wirkte, und obwohl die Serie so thriller-artig wirkte, das war ein bisschen too much), als er „zugibt“, dass er sie getötet hat. Mal ganz davon ab, dass das evtl. inszeniert war und er evtl. mit involviert war, was ich weniger glaube, und selbst ohne zu wissen, dass er noch mitgehört werden konnte und evtl. das Mikrofon wegen Stresssituation gar nicht erst wahrgenommen hat, glaube ich, dass er wirklich geschnappt werden will, damit es endlich vorbei ist. Warum sonst sollte er wieder und wieder, obwohl stellenweise Beweise wirklich sehr in seine Richtung zeigen, Aufmerksamkeit auf ihn erregen. Und diese ganze „Fehler“ wie Beverley und die Handschrift, und wie er sich versucht herauszureden.
    So sehe ich das jedenfalls.

    #497632
    Stampede
    Mitglied

    @Roland Deschain 639419 wrote:

    Ich wollte eigentlich auch immer so schwarze Augen haben

    #ugly#

    Das Finale waren nochmal 36 extrem intensive Minuten. Und die letzten 5 Minuten waren dann der extra-krasse Abschluss (ich hatte sowas von Gänsehaut, Wahnsinn #hm#) dieser absolut großartigen, spannenden und mitreißenden Doku-Reihe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann und bestimmt nicht das letzte Mal gesehen habe.

    Die Reaktionen auf das Beverley Hills von den Anwälten, die erstmal nichts sagen, weil sie es nicht begreifen können, was sie da Jahre später nun für einen Beweis gegen Durst in Händen halten. Zudem noch der Schriftvergleichexperte. Und wie Jarecki und seine Leute sich auf das zweite Interview vorbereiten, Strategien für die Fragen entwickeln usw. Alles total spannend und auch dramatisch gemacht. Und dann verschiebt Durst ewig den Termin, weil er in „Madrid“ ist und will schlussendlich die Doku über ihn komplett absagen, weil er keinen Sinn mehr darin sieht. Also da konnte ich micht gut in Jarecki hineinversetzen, wie der sich gefühlt haben muss, dass nun alles für die Katz ist.
    Dass Durst dann nochmal verhaftet wird, weil er das Kontaktverbot von Douglas gebrochen hat, setzt dem Ganzen irgendwie noch die Krone auf.

    Das abschließende Interview (wieso durften die sowas eigentlich ohne die Polizei machen? Also jemanden einfach so eines Verbrechens überführen?) dann, wie Jarecki ihm das Kuvert und den Brief zeigt waren schon Gänsehaut pur, aber die letzten Minuten auf dem Klo, als Durst vor sich hinbrabbelt und die Tat gesteht…. unfassbar #hm#

    Übrigens:

    Am Tag vor Ausstrahlung der letzten Folge der Fernsehsendung, dem 14. März 2015, wurde Robert Durst wegen Mordes ersten Grades durch das FBI festgenommen, nachdem das LAPD einen Haftbefehl erwirkt hatte. Durch neue Erkenntnisse bestehe dringender Tatverdacht gegen Durst im Fall Susan Berman. Er wird ohne die Möglichkeit der Freilassung auf Kaution festgehalten

    @Roland Deschain 639421 wrote:

    Klar ist das eine Reihe über Robert Durst und was er getan hat oder eben was er sehr wahrscheinlich getan hat, aber letztendlich denke ich ist das mehr eine Charakterstudie über diesen Mann als eine Aufzeichnung seiner Taten.

    Ich würde sagen eine äußerst gelungene Mischung aus beidem :-? Gerade zu Beginn der Serie geht es doch hauptsächlich um die Fakten und was geschehen ist, aber stimmt, danach hat es sich immer mehr zu einer Charakterstudie entwickelt. Wobei ich aber wie gesagt das als eine unzertrennbare Mischung aus beiden finde, das eine gäbe es nicht ohne das andere bzw wäre so in den Blickpunkt gerückt #hallo#

    @Roland Deschain 639420 wrote:

    Und das mag absurd klingen und ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt so sagen will, aber der Typ tut mir tatsächlich ein wenig leid.
    Wenn ich mir so anschaue, dass er in der ersten Folge als jemand beschrieben wurde, der so etwas gar nicht getan haben könnte, und dann diesen Mann in den Interviews da sitzen sehe mit seinen pechschwarzen Augen, dann muss er durch eine schwierige Zeit gegangen sein, und obwohl sicher die Prozesse etc. da mit einspielen, meine ich damit viel mehr sein Innenleben. Ich glaube das ist ein Mann, der gefasst werde möchte, es aber selber nicht beichten kann, weil er sich soweit in seine Lügengeschichten vertieft hat, dass er gar nicht mehr rauskommt – dennoch, ich glaube er hat wirklich damit zu kämpfen, was er getan hat, und er wird vielleicht sein ganzes Leben damit leben müssen. Das rechtfertigt natürlich nicht, was er getan hat, und wer einen Mann zerstückeln kann, ist definitiv nicht ganz dicht, aber ich glaube dass er innerlich doch daran zu knabbern hat und es ihn (teilweise) zerstört hat.

    Sehe ich ähnlich #hallo#
    Auch was das Mitleid angeht, auch wenn ich mit so einem Menschen kein Mitleid haben kann und erst recht nicht haben will. Mag sein, dass er Morris Black in Notwehr getötet hat, aber für das Verschwinden seiner Frau und den Mord an Susan Berman ist er höchstwahrscheinlich verantwortlich, das waren keine Unfälle, sondern gezieltes und bewusstes Töten. Mir tat er am Ende aber insofern leid, weil man ausführlich gesehen hat, wie Menschen planen, einen anderen Menschen gnadenlos hereinzulegen und ans Messer zu liefern. Das fand ich in dieser Folge total krass.

    Dass er sich am Ende dann auch noch verplappert aufgrund von Senilität oder Schuldbewusstsein oder was auch immer ist natürlich extrem bitter für ihn, aber ich glaube auch, dass er, wenngleich auch indirekt und tief in seinem Inneren verborgen, gefasst werden wollte. Er kam mir im Interview mehr und mehr rüber, als ob er nicht auf Teufel komm raus alle Verdachtsmomente gegen sich aus der Welt schaffen will oder irgendein perverses Psychospiel treibt, um sich daran zu ergötzen, dass und wie er damit durchgekommen ist, sondern dass es, wie du schon sagtest, innerlich aufgefressen hat und er nun mit jemanden reden konnte, obwohl er eigentlich nichts sagen konnte. Ich finde, das hat man oft gemerkt, dass ihm was auf der Zunge/Seele lag, er sich aber gerade noch dran erinnern konnte, dass er es nicht aussprechen darf und stattdessen so verbissen versucht hat, Erklärungen für das zu finden, was alles so fadenscheinig und suspekt war.
    Kurzum: Ich glaube auch, dass er gefasst werden wollte, wenngleich aber auch nur indirekt. Direkt ging es ihm darum, über die Sache zu
    reden, sonst hätte er sich gewiss keinem so öffentlichen Interview gestellt.

    Und zum Mitleid nochmal: Mitleid mit ihm als Person bzw ihn als Mörder habe ich nicht, dafür sind seine Taten zu krass, zu bewusst und zu offensichtlich. Und wie er dann auch bei Gericht damit durchgekommen ist finde ich, ähnlich wie bei O.J. Simpson, unbegreiflich #hm#
    Aber die letzten Minuten, wie sie alles geplant haben und er dann unbedarft in das Interview geht und das senile Hinbrabbeln auf dem Klo… ja, da muss ich auch zugeben, dass er mir etwas leid tat. Ich fühl mich grad auch irgendwie manipuliert, wenn ich ehrlich bin, nach all dem, was man vorher von ihm gesehen hat und wie die ganzen Fälle aufbereitet wurden, hätte ich nie gedacht, dass ich am Ende noch was anderes außer Abscheu empfinden würde.
    Das gibt mir grad zu denken und ich denke mal, dass ich ein eine unruhige Nacht haben werde wie du Roland, denn sowas geht mir auch immer im Kopf und im Magen rum #hallo#

    @Roland Deschain 639420 wrote:

    Gerade im Hinblick auf die letzte Szene (die natürlich wie im Beitrag zuvor richtig krass zuerst wirkte, und obwohl die Serie so thriller-artig wirkte, das war ein bisschen too much), als er „zugibt“, dass er sie getötet hat. Mal ganz davon ab, dass das evtl. inszeniert war und er evtl. mit involviert war, was ich weniger glaube, und selbst ohne zu wissen, dass er noch mitgehört werden konnte und evtl. das Mikrofon wegen Stresssituation gar nicht erst wahrgenommen hat, glaube ich, dass er wirklich geschnappt werden will, damit es endlich vorbei ist. Warum sonst sollte er wieder und wieder, obwohl stellenweise Beweise wirklich sehr in seine Richtung zeigen, Aufmerksamkeit auf ihn erregen. Und diese ganze „Fehler“ wie Beverley und die Handschrift, und wie er sich versucht herauszureden.
    So sehe ich das jedenfalls.

    Also dass das alles inszeniert war und er vorher eingeweiht war glaube ich nicht und traue ich Jarecki auch nicht zu, sowas würde ja seinen Ruf als ernsthafter Dokumentarfilmer total zerstören, wenn alles bzw das Ende nur fingiert war. Und dass Durst involviert war glaube ich auch nicht, dann hätte er sich im Interview meiner Meinung nach komplett anders verhalten. Also diese „Verschwörungstheorie“ sehe ich absolut nicht :-)

    Das mit dem Mirko hat er ja schonmal vergessen (Folge 4?), dass das noch an ist, und ich glaube auch, dass er es diesmal wieder vergessen hat. Man hat im Interview immer wieder gesehen, dass wenn er unter Druck ist und nicht mehr einfach vor sich hinplaudern kann, er total nervös ist und versucht, sich irgendwie herauszuwinden und die richtigen Worte zu suchen, die exakt passen, um nicht noch mehr Verdacht auf sich zu lenken als er es eh schon getan hat. Und gerade in Folge 4, als es um bewusstes Nicht-Wahrheit-Sagen im Gericht ging, war er so dermaßen nervös, dass er diesen Druck aus sich „herausflüstern“ musste.
    Und das ist ihm am Ende wieder passiert, wo die Drucksituation am heftigsten war, weil sie ihn ja im Grunde genommen überführt haben. Also ich glaube nach wie vor nicht, dass das inszeniert war, er involviert war und das absichtlich gesagt hat, sondern vielmehr, dass sein schuldbewusstes Unterbewusstsein diese Worte aus ihm herausgebracht hat. Ich kann ihn mir auch sehr gut vorstellen, wie er allein daheim sitzt und ständig vor sich hinbrabbelt, was er getan hat, wie er das tun konnte usw.

    Dass er geschnappt werden wollte, damit das endlich vorbei ist, glaube ich auch, aber wie gesagt nur unterbewusst. Die Fehler mit Beverley Hills etc hat er zwar gemacht, aber nicht um offen zu sagen „Hey, hier habt ihr alle Beweise, schnappt mich!“, sondern weil die ganzen Schuldbeweise aus seinem Unterbewusstsein in diesen Fehlern und auch bei seinen suspekten/fadenscheinigen Aussagen immer wieder hochgekocht sind, ohne dass er es vermutlich verhindern konnte.

    Sorry, wenn das alles etwas wirr und unstruktiert (und viel ist), aber das Thema ist interessant, aufwühlend und wie du schon sagtest sehr interpretationsintensiv. Schon krass, die menschliche Psyche, vor allem von so einem Menschen :-?

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