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- 13. April 2014 um 17:44 Uhr #338522
Stampede
MitgliedBritische Serie von Peter Moffat (nicht zu verwechseln mit Steven „Sherlock/Dr. Who“ Moffat :p), die die Geschichte eines britischen Dorfes über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg erzählt (Startzeit 1914, kurz vor dem Ersten Weltkrieg).
Geplant sind 7 Staffeln a 6 Folgen. Staffel 1 lief 2013 auf BBC One, Staffel 2 soll dieses Jahr starten.Story:
Im Zentrum steht Bert Middleton, der die gesamten 100 Jahre lang in dem Dorf lebt und dessen eigene Lebensgeschichte der Ankerpunkt der Story ist. Am Beginn der Serie, im Jahr 1914, wächst Bert (Bill Jones) gerade mit seinem älteren Bruder Joe (Nico Mirallegro) in armen Verhältnissen auf. Seine Eltern John (John Simm) und Grace (Maxine Peake) haben Mühe, für ihre Söhne zu sorgen und sie vor der um sich greifenden Gewalt zu beschützen. (wunschliste.de)Cast:
Bill Jones, John Simm, Maxine Peake, Nico Mirallegro, Charlie Murphy, Juliet Stevenson, Matt Stokoe, Emily Beecham===============================
Eben den Piloten gesehen und für gut befunden, auch wenn es mitunter etwas langgezogen war bei einer Laufzeit von 60 Minuten, die man zum Ende hin doch ziemlich gemerkt hat. Ist aber alles sehr interessant und vielversprechend und man kann schon erahnen, wie episch das werden könnte, wenn BBC das mit den geplanten 7 Staffeln wirklich durchziehen sollte. Geld haben sie augenscheinlich ne Menge reingesteckt, denn die Ausstattung und das Setting war sehr stark, das macht richtig war her. Und zusammen mit den Bildern, den Landschaften und der Atmosphäre wird man auch von Beginn an reingezogen in die Geschichte, die Zeit und das Dorf.
Damals, als die Lehrern den Schülern mit dem Schlagstock noch auf die Finger gedroschen haben, wenn sie im Unterricht geschwätzt haben. Damals, als die Kinder direkt nach der Schule auf dem Feld arbeiten mussten. Damals, als man als Kind ein recht unbeschwertes Leben hatte (es sei denn, man bekam von seinem mürrischen verbitterten Trunkenbold-Vater (ganz stark mal wieder: John Simm!) wegen Ungehorsam eins hinter die Löffel). Damals, als das Leben hart war und man rein für sein Überleben geschuftet hat. Eine Zeit ohne Internet oder sonstigen Annehmlichkeiten des Lebens
Bin gespannt, wie es weitergeht #hallo#1×01
Der zweitälteste Mann in Großbritannien erzählt also seine Lebensgeschichte und schon wird man ins Jahr 1914 geworfen, als der Erzähler 12 Jahre alt war. Sein Bruder arbeitet als Wasserträger bei reichen Leuten, sein Vater ist ein cholerischer verbitterter Säufer, der sich auf dem Feld den Buckel krumm schuftet, um seine Familie zu ernähren. Seine Mutter kümmert sich um die Familien-„Farm“. Und Bert selbst beobachtet die Ankunft einer neuen Lehrerin, in die er sich sofort verschießt, die aber mehr auf seinen älteren Bruder interessiert zu sein scheint, was Bert aber gleich mal sabotiert. Ansonsten ist nix los im Dorf außer Schule und Arbeiten. Für Abwechslung sorgt das Spionieren des Frauenbades, wo allerhand getratscht wird :p Adlige gibts auch noch, die so versnobt sind wie man es sich nur denken kann und sich nicht entscheiden können, ob sie zu Tisch lieber über Politik oder Geschäfte reden wollen.
Dann aber verändert sich das ruhige Leben, denn der erste Weltkrieg steht vor der Tür. Joe, der eh die ganze Zeit im Clinch liegt mit seinem Tunichtgut-Vater, sieht endlich die Chance, aus dem Dorf rauszukommen und lässt sich für die britische Armee einschreiben. Hätte auch der biestige Lehrer gerne gemacht, aber der ist zu klein, was Bert ihm gleich grinsend unter die Nase reibt
Bevor es los geht hat Joe noch was mit der versnobten Tochter der Snobs im Wald, quasi das Abschiedsgeschenk :p Deren Dackel wird am Ende von den Kindern mit Steinen beworfen, weil er ein „Deutscher“ ist X-( Das arme Tier #sad#
Die Verabschiedung der zukünftigen Soldaten aus dem Dorf war klasse gemacht, da konnte man die Aufbruchstimmung und die Angst gut spüren. Joe’s Vater ist nicht dabei, sondern liegt lieber daheim auf dem Boden SEINES Hauses. Und Bert verpasst den Abschied auch und kann Joe nicht Auf Wiedersehen sagen. Mal schauen, ob der heim kommt aus dem Krieg, nach den Erzählungen des Alten lässt sich ja nicht unbedingt drauf schließen
14. April 2014 um 16:54 Uhr #484948Stampede
MitgliedFolge 2 gesehen und puh, es ist ganz schön anstrengend zu schauen, weil das Tempo total langsam ist und man sich seeeeehr viel Zeit lässt, die Ereignisse zu erzählen. Gut und sehenswert war’s dann letztendlich aber dennoch wieder, vor allem im letzten Drittel, da war ordentlich Drama drin, bei dem sich John Simm mal eben so die Seele aus dem Leib spielt

1×02
Die Middletons haben von Joe eine „I’m quite well“-Postkarte erhalten. Aber nicht so richtig, denn scheinbar dürfen die Soldaten keine Briefe nach Hause schreiben sondern müssen so Standard-Karten ausfüllen, auf denen sie nur was ankreuzen und unterstreichen dürfen
5 Monate sind nun vergangen und John ist mittlerweile noch tiefer im Säufer-Niveau gesunken, denn er trinkt das schmutzige Putzwasser, mit dem der verschüttete Alkohol im Pub aufgewischt wurde :-& Und dann leckt er auch noch die Borsten des Besens ab, mit dem gewischt wurde #8o# Zu allem Übel schlägt er auch noch die hochschwangere Grace :-w
Als im Dorf die Runde macht, dass er was mit Cora hat, weswegen die schwanger wurde, gerät er aber ganz schön in Bedrängnis. Polly, die alte Tratschtante, streut das Gerücht nur noch mehr, weil sie damals im Wald was gesehen haben will. Also beordert Edmund einen Detective herbei, der die ganze Sache untersuchen soll. Ihm hat es John am Ende zu verdanken, dass der Lynchmob (ohne Fackeln, dafür aber mit Mistgabeln
) ihn nicht an den Kragen geht.
Vorher erzählt er Martha im Beisein von Grace noch eine unglaublich intensive Geschichte, als er kurz vor Joe’s Geburt einen Seitensprung mit Grace‘ Schwester hatte, die daraufhin schwanger wurde und sich dann im Teich ertränkt hat, als er sie beim nächsten Annäherungsversuch abgewiesen hat. Diese Geschichte hat das Dorf natürlich nicht vergessen, deswegen war der Lynchmord auch sofort zur Stelle, als das mit Caro die Runde machte.
Am Ende hängt sich John an einem Baum auf, WTF?! #8o# Aber Grace und Bert können ihn gerade noch so retten. Tragische Szenen, grandios gespielt, vor allem von John Simm #vertrag#
Ganz am Schluss gab es dann immerhin doch noch einen Glücksmoment für die Middletons, denn das Bayb wurde geboren.Ansonsten:
– Caro dreht total am Rad und schreit dauernd nach ihrem Hund, läuft sogar im Nachthemd im Dorf rum und befragt jeden #hm# Bert zeigt ihr dann, wo er begraben ist. Sie gräbt ihn aus und legt seinen Kadaver in ihre Bett. Die sollte man mal auf geistige Zurechnungsfähigkeit untersuchen….
– Edmund hat die glorreiche Idee, zukünftig Frauen in der Schuhfabrik arbeiten zu lassen, nachdem zu hören war, dass mehr Männer an die Front müssen. Martha beschafft Grace dort einen Job
– Bert gerät in der Schule in eine Schlägerei und fängt sich auch noch ein paar Ohrfeigen von Crispin ein. Dann sammelt er Geld von seinen Schulkollegen ein und führt sie dafür zur Leiche von dieser alten Frau, die er immer besucht hat. Sehr makaber, das Ganze, aber so kam wenigstens etwas Geld auf den Tisch der Middletons
14. April 2014 um 20:41 Uhr #484969floppy
MitgliedStory spricht mich sehr an, aber ist das wirklich so zäh?
Klingt ja nicht sehr motivierend
14. April 2014 um 21:24 Uhr #484987Stampede
Mitglied„Zäh“ ist der falsche Ausdruck
Würde eher ruhig und bedächtig sagen. Und wenn die Folgen dann 60 Minuten dauern schlägt das natürlich schon zu Buche #hallo#21. April 2014 um 21:10 Uhr #485180Stampede
MitgliedFolge 3 fand ich auch wieder gut mit Tendenz zu sehr gut. Bittere Grundstimmung in einer gut erzählten und gespielten Geschichte. An das Tempo habe ich mich nun auch gewöhnt und die Charaktere und das Dorf werden auch immer vertrauter. Das einzige, was mich stört, ist die Eingangsszene, in der der alte Mann anfängt, die Ereignisse zu erzählen, bevor die Handlung der Folge losgeht. Dauert zwar nur 1-2 Minuten, aber wegen mir kann man das weglassen, das wirkt irgendwie so gezwungen.
1×03
Während Berts Kumpel gegen tote Raben kämpft (Dachschaden gefällig? #hm#), John sein Feld verkaufen muss, sich Angebote der Soldaten für sein Pferd erwehren muss (gut, dass er am Ende nicht nachgegeben hat und das Pferd versteckt hat) und Grace fast wegen Verspätung aus der Fabrik gefeuert wird (Arnold ist gerade noch eingeschritten), bekommen die Lehrer des Dorfes Briefe, dass sie nun zur Armee müssen.
Crispin fand das natürlich ganz toll und stimmt auch schonmal seine Schüler mit Kriegsreden ein für den Fall, dass sie auch in den Krieg ziehen müssen. Witzig war natürlich Berts Kommentar, ob Crispin in der Zwischenzeit gewachsen ist
Und witzig auch, dass er am Ende doch wieder zu klein war und nur durch das Anziehen der Schuhe die richtige Größe erreicht hat 
Eyre derweil will auf gar keinen Fall in den Krieg ziehen und man hat ihm gut angesehen, wie ihn das fertig macht. Er versucht es dann auch mit Kriegsdienstverweigerung vor einem Ausschuss, scheitert aber an der Frage, ob er seine Schüler schützen würde, indem er deutsche Soldaten umbringt, falls sie die Schule stürmen. Ausgerechnet Bert gibt für ihn quasi die Antwort, dass er es tun würde, so dass der Antrag abgelehnt wurde (der sowieso nie durchgegangen wäre). Bitter zu sehen, wie für Eyre eine Welt zusammengebrochen ist. Schön-traurige Szene, als er am Ende von einer Horde Kinder begleitet in den Krieg zieht #sad#
George will sich auch zum Kriegsdienst freiwillig melden, um Martha zu beeindrucken. Am Ende bleibt er aber doch, wegen Caro, die immer noch total fertig mit der Welt ist und seine Hilfe braucht. Somit braucht Arnold George also nicht in den Fuß zu schießen

Und während alle Männer ihre Koffer packen müssen kommt Joe auf Kriegsurlaub heim. Die Freude von Grace und Bert, als sie ihn wiedergesehen haben, war richtig ansteckend

Joe war aber die ganze Zeit total bedrückt, weil er die Todesnachricht von seinem Freund mitgebracht hat. Den Eltern erzählt er die sanfte Geschichte, aber die Wahrheit sah natürlich ganz anders und grausamer aus. Starke Szene, als Joe bei Martha die Fassung verliert und total verzweifelt war. Am Ende muss er dann auch wieder zurück an die Front, aber er zeigt Bert noch, wie er mit ihm durch diese Standardpostkarten kommunizieren kann, wo er ist und wie es ihm geht. - AutorBeiträge
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